Mittwoch, 25. April 2012

Liebeshöhle mit Tomaten

Ed Yong berichtete zuletzt in seinem wunderbaren wunderbaren Blog " Not Exactly Rocket Science" über eine der faszinierensden Vogelfamilien der Welt: die Laubenvögel Ptilonorhynchidae (ich habe 3 Ansätze gebraucht um es richtig zu schreiben!). Nicht nur, dass diese unglaublichen Viecher absolute Gesangskünstler sind (wobei sie hauptsächlich covern), sie sind ausserdemVirtuosen der Innendekoration. David Attenboroug lässt uns in dieser BBC Doku den Vogelkop Laubenvogel entdecken.

Manche haben sich auch schon postmodernen Kunstformen zugewandt.
http://www.youtube.com/watch?v=Ktip0DqlT4k&feature=related

Neu ist, was man vom Fleckenlaubenvogel zu berichten weiß: Sie lassen sich einen Ziergarten in ihren Lauben wachsen! Wilde Tomaten der Art Solanum ellipticum werden von dem Vogel in ihren Lauben verteilt und wachsen dort. Die Autoren des in Current Biologie erschienen Arikels beschreiben, dass diese als Teil der Balz zum Anlocken von Weibchen verwendet werden. Ob diese Tomaten von den Vögeln aktiv kultiviert werden ist noch fraglich.
Hier kann man Co-evolution in Aktion sehen! Die Männchen wählen besonders attraktive Tomaten aus und bringen sie in ihr Nest. Diese wachsen dort besser, da sie geschützter sind und vermehren sich. Ist das vielleicht schon als artifizieller Selektion (also Zucht) zu betrachten? Klar ist, das es der erste Bericht einer solchen Art von "Gärtenerei" ist. Blattschneiderameisen und Konsorten züchten zwar Pilze, jedoch nur zum Zweck der Ernährung.

Hier zum ganzen Artikel  und zur Originalquelle



Montag, 23. April 2012

Montagsquatsch

by xkcd
Schaut euch das Bild gaaaanz groß an! Was machen David Bowie und Freddie Mercury da unten?

Donnerstag, 19. April 2012

Ach dazu macht man Papierflugzeuge!

Um schwarze Milane auf die Schippe zu nehmen!!

AWWWSSSOMMMEE!
Aufgenommen in Mumbai. Ob sowas wohl auch in Berlin geht? Hier gibt es ja nur Krähen...Wer mir ein Video schickt kriegt einen Preis! (ne echt!)

-via-grrrlscientist

Mittwoch, 18. April 2012

Die wilden 90er

http://www.nature.com/polopoly_fs/7.3802.1333619683!/image/biobank.jpg_gen/derivatives/fullsize/biobank.jpg


 
Der Grossstudie „ Children of the 90’s“ hat Nature einen ausführlichen Artikel gewidmet. Ein erstaunliches Projekt aus Bristol: Seit über 20 Jahren werden 14.000 Kinder in ihrer Entwicklung verfolgt nachdem ausführliche Information über die Eltern, die Schwangerschaft und die Geburt gesammelt wurde. Auch eine Gewebedatenbank wurde angelegt. Es ist die wohl ausführlichste solcher in der Medizin verbreiteten „Cohort studies“. Manche wie zum Beispiel die National Child Development Studies verfolgt 17.000 Bürger aus Großbritannien seit über 50 Jahren! Die Studie mit der größten Teilnehmerzahl (100 000!) wird in Norwegen durchgeführt.
Der wissenschaftliche Wert dieser Studie ist heutzutage klar: die Auswertung genetischer, epigenetischer Daten und der Information über die Lebensbedingungen können uns helfen das Zusammenwirken von Genen, Umwelt und Entwicklung und somit auch die Entwicklungen von Krankheiten zu verstehen.

Die Problematik solcher großen Langzeitstudien wird in dem Artikel jedoch auch besprochen.
Einerseits handelt es sich trotzallem um korrelative Daten. Das heißt zum Beispiel, dass man zwar weiß, wer als Kind Fisch isst wird auch diese oder jene Krankheit entwickeln, aber was die Ursache ist, kann man nicht bestimmen (auch wenn es wohl wahrscheinlicher ist, dass man vom Fisch essen krank wird als andersherum). Es ist wie die Frage nach dem Huhn und dem Ei.

Bei genetischen Informationen verhält es sich natürlich anders: Die Gene sind ja seit der Geburt vorhanden und somit ist die Ursache hier klar. Wenn der Mensch mit dieser oder jenen Kopie eines bestimmten Genes mehr Fisch isst, als alle anderen, hat es wahrscheinlich etwas mit diesem Gen zu tun. Aber natürlich nur, wenn alle anderen Lebensbedingungen sich nicht unterscheiden. Es bleibt also recht kompliziert trotz Massen an Informationen.
Die andere Besonderheit dieser Art von Studie ist, dass eine außergewöhnliche Herangehensweise gewählt wird, die in den Naturwissenschaften eigentlich verpönt ist.
Nach dem Motto: „So lass uns mal Massen an Daten über das Thema sammeln und nachher gucken wir mal was wir draus machen“. Also hypothesenfreies Herumforschen. Oder auch "entdeckungsorientiertes Forschen", wenn man es nett ausdrücken will.

Es wird als Gegenteil des geplanten und kontrollierten Experiments gesehen, in dem man anhand einer Hypothese eine Vorhersage trifft, die dann erfüllt wird. Falls nicht, muss man eine neue Hypothese entwickeln.
Ich kann mir jedoch vorstellen, dass die hier gewählte Herangehensweise mit den heutigen Computerprogrammen und Speicherkapazitäten viele neue Erkenntnisse bringen kann, da man so viel Information nach Zusammenhängen durchforsten kann. Ist es also falsch, in der heutigen Zeit, die hypothesenbasierte Wissenschaft als fortschrittlicher anzusehen?

Dienstag, 13. März 2012

ADHS-Dokus




Kurze informative Videos über Nachhaltigkeit in Marinen Ökosystemen: das ist doch eine hübsche Sache. Der Macher dieser MICORDOCS ist Prof. Steve Palumbi von der Stanford University, der Typ mit dem Zopf, der ab und zu zu sehen ist.

Donnerstag, 2. Februar 2012

Licht für den Grünen Daumen



296 000 000 000 000 kJ Energie wurden 2010 in Deutschland für Beleuchtung verbraucht. Das sind zwar nur 3% des gesamten Energieverbrauchs, aber immerhin beträchtlich: 10 1000-Megawatt Kraftwerke müssen dafür 1 Jahr laufen (also ungefähr 9 Kernreaktoren).
Eine sehr kreative und abgefahrene Lösung zu dem Problem wären Pflanzen, die in der Lage wären zu leuchten. Ja, genau wie bei Avatar oder auf Goaparties! Nur das sie dazu die Energie durch Photosynthese direkt der Sonne entnehmen. Dies könnte man erreichen, in dem man sich den weitverbreiteten Mechanismus der Biolumineszenz zu Nutze macht.
Biolumineszenz findet man in einer Vielzahl von Organismen: von der Bakterie bis zum Glühwürmchen. Mehr dazu in diesem TED-talk.
Dieses Leuchten beruht immer auf dem selben Prinzip: ein Enzym, die Luziferase, verdaut ein Substrat, das Luziferin, unter Sauerstoff- und Energieverbrauch und produziert dabei Licht. Es ist mittlerweile möglich die Gene, die für die Produktion der Enzyme notwendig sind in andere Organismen zu transferieren z. B. in E.coli Bakterien. In dem iGEM Projekt von 2010 E.glowli versuchten Forscher aus Cambridge E.coli Glühbirnen herzustellen.
via http://2010.igem.org/Team:Cambridge/Photos


Das scheint einbisschen langweilig gewesen zu sein, da sie noch Zeit hatten dieses Stück Laborkunst zu erstellen...


Tabakpflanze mit Luziferase Gen-via- Wikivisual-via- www.bioluminopedia.info






Als Reportergen wird dieser leuchtende Enzymkomplex schon seit 1985 verwendet. Damals wurde zuerst in Science beschrieben, dass, wenn man in einem Organismus sehen will ob ein Gen, welches man in diesen Organismus integriert hat, auch aktiv und vorhanden ist, man diese Gene an ein Glühwürmchenluciferasegen hängt. Wenn es da ist und läuft, dann leuchtet die Zelle.  Diese Luciferase wurde auch schon in den 1990 in Tabakpflanzen integriert.






Die Entwicklung einer echten biolumineszenten Strassenbaumlaterne scheint also gar nicht so sciencefictionhaft.
Man darf aber nicht vergessen das es sich bei einer solchen Pflanze um ein genetisch veränderter Organismus handelt. Würden wir die Problematik der Produktion, Nutzung und Freisetzung von GVO's in Kauf nehmen um Energie zu sparen?

Für mich wäre es jedefalls schwer, den Nachtischlampengummibaum am Leben zu halten, da ich mit einem schwarzen Daumen gesegnet bin: Ja, ich kriege auch Kakteen tot!

Quellen:
http://2010.igem.org/Team:Cambridge/Photos
http://www.nextnature.net
http://www.newscientist.com/article/mg20827885.000-glowing-trees-could-light-up-city-streets.html



Dienstag, 10. Januar 2012

Tool

 -via-Brown 2011
Diese Fotos zeigen ein Lippfisch Cherodon schoenleinii  am Grossen Barriere Riff in Australien, wie es ein Muschel öffnet, in dem es diese an einen Stein zerschmettert. Nach der Veröffentlichung dieser Fotos im Herbst 2011 ging ein Aufschrei durch das Netz: Fische verwenden Werkzeuge!


Dies ist ein Schlüsselbegriff ("tool use" auf Englisch) in der Forschung, da es sich hier um einen Eigenschaft handelt die traditionel als rein menschlich betrachtet wird. Kann man, als Forscher, berechtigt ein Verhaltensweise/eine Publikation so betiteln, ist man sich der Aufmerksamkeit von Wissenschaft und Medien sicher.
Doch wie so oft in der Wissenschaft findet hier ein Definitionsdebatte statt: In der Veröffentlichung von  Jones, Brown und Gardner zu den Aufnahmen benutzen sie die Definition der Schimpanzenmama Jane Goodall, die als erste Werkzeugnutzung über den Menschen hinauszeigen  konnte.
the use of an external object as a functional extension of mouth or hand in the attainment of an immediate goal

 (van Lawick-Goodall 1970)
D.h. jeglich Benutzung eines externen Objektes als funktionelle Erweiterung von Mund oder Hand zum Erreichen eines unmittelbaren Zieles (toll, ich kann übersetzen ;) ).
Das finde ich ein bisschen sehr breit gefasst. Ein solche Definition ist möglich aber in wie fern ist diese Verhaltensweise etwas besonderes? Es ist sicherlich ein Zeichen für Lernfähigkeit über dem Maße, das man Fischen sonst so zuschreibt, hinaus aber die Zeiten von " Fische haben ein Gedächtnis von 20 Sekunden" sind, so dachte ich, schon lange vorbei.
In einem daraufhin publiziertem Review von Culum Brown, einem der Autoren  des Berichtes, wird beschrieben wie der Begriff des Werkzeuges für Fische insbesondere weiter gefasst werden muss, da sie keine Hände besitzen und im Wasser anderen mechanischen Regeln unterliegen. Reicht es denn nicht  festzustellen, dass sie zum Nahrungserwerb ihre Umgebung miteinbeziehen? Muss man von Werkzeugen sprechen?
Es ist mühsam wenn krampfhaft versucht wird, die Fähigkeit eines Tieres, in eine menschliche Kategorie zu stecken. Ist es nicht so beeindruckend genug?


Kurz darauf folgte noch ein Video, diesmal aus Palau und einer anderen Lippfischart Cherodon anchorago.