Samstag, 26. Februar 2011

Journal of Universal Rejection

Endlich gibt eine Wissenschaftliche Zeitschrift aud dessen Antwort man sich verlassen kann:
the Journal of Universal Rejection
Ganz besonders gefällt mir der Blog.


Montag, 21. Februar 2011

Spinne steht auf Stinke-Socken

Ein kleines Schmankerl für alle von Arachnophobie geplagten: Evarcha culicivora, eine putzige kleine ostafrikanische Spinne, scheint tatsächlich auf Käsefüße zu stehen, wie im Januar in biology letters publiziert wurde. Das fanden die Autoren bei spaßigen Versuchen mit frischen und getragenen Socken heraus, die sie den Spinnen vorhielten. Glücklicherweise scheinen die Spinnentierchen diese Vorliebe aber nicht entwickelt zu haben, weil sie so gerne an großen Zehen knabbern. Evarcha culicivora ernähren sich vielmehr besonders gern von Anopheles-Mücken, den Viechern, die uns mit Malaria infizieren. Kommt also bald der Socken-Kreis als empfohlene Malaria-Prophylaxe?

Sonntag, 30. Januar 2011

Bad Project- Das Schicksal der armen Doktoranden

Alle die sich gerade mit ihrer Doktorarbeit in einem molekularbiologischen Labor rumschlagen, oder sonst wo ausgebeutet werden, können hier wahrscheinlich ziemlich gut mitfühlen:



Ich persönlich habe mich totgelacht - und bin sehr dankbar schon seit langem keine Western Blots mehr machen zu müssen.

Samstag, 22. Januar 2011

Douglas Adams dreht sich im Grabe um...

Kakapo Richard Henry ist von uns gegangen. Als der 122 ste seiner Art auf der Welt, starb er an Altersschwäche mit wahrscheinlich über 80 Jahren. Er hat mit seinem Sperma einen wichtigen Beitrag zu den Kakapo Wiederbelebungsbemühungen geleistet (siehe hier).
Der Kakapo ist ein flugunfähiger, sehr seltener (wie gesagt es gibt nur noch 121), fortpflanzungsunfreudiger, dämlich wirkender Vogel aus Neuseeland (nicht zu verwechseln mit Keas, die wiederum als extrem klug gelten).
Die Männchen produzieren in der Balz Drum'and'Bass sounds, genannt 'boom', was die Weibchen nicht so richtig anzumachen scheint.
Diese Art legt außerdem ein, für ihre Populationsgröße, etwas unglückliches Verhalten an den Tag:
"Another peculiar habit of the kakapo is to freeze when disturbed, keeping absolutely still and hoping to blend into the background."
Quelle: Wikipedia autor: Mnolf
Aber der Star unter den Kakapos ist sicherlich Sirroco. 2008 erlangte er durch dieses schlüpfrige Video Berümtheit.

Dieses Video ist Teil einer neuen Fassung der auf BBC radio 1989 erschienen Sendung "Last chance to see". Damals berichteten Douglas Adams und Mark Carwardine von verschiedenen Tierarten die kurz vor dem Aussterben standen, unteranderem von dem Kakapo.
Hoffen wir das alle 121 anderen Kakapos auch 80 werden und sich vielleicht auch trotz der wiedrigen Umstände erfolgreich paaren. Ich wiederum hoffe, dass ich einer dieser dicken, grünen Comicfiguren auch noch mal zu Gesicht bekomme.

"If naturalists go to heaven [about which there is considerable ecclesiastical doubt], I hope that I will be furnished with a troop of kakapo to amuse me in the evening instead of television" - Gerald Durrell, British naturalist, 1989 


Quelle:die wunderbare Seite des Kakapo recovery program



Mittwoch, 5. Januar 2011

vögel fallen vom himmel!

Es ist in allen Zeitungen gewesen: Vogelsterben in Arkansas aber auch in Schweden und Louisiana (der Artikel der Zeit scheint recht fundiert, aber bei den Kommentaren sträuben sich mir die Haare). Ich fand noch ein Artikel aus Australien der von älteren Fällen aus England berichtet.Von 2007 gibt es Berichte aus West Australien.  Es scheint also mehr solcher Fälle gegeben zu haben, die nicht zu Sylvester stattfanden. Die Fälle in Australien wurden weiterverfolgt und man kam zu dem Schluss, dass Bleivergiftung die Ursache ist. Ist das altbekannte Blei also der Bösewicht?
Ob sich bei den anderen Fällen um die gleiche Ursache handelt muss noch gezeigt werden, ich würde aber bezweifeln das Sylvesterknaller der Grund sind.  Sonst wären hier in Neukölln die Tauben und Krähen auch von den Dächern gefallen. Es kam aber nur Schnee herrunter. 
Hier noch eine Sammlung der möglichen Ursachen.

Montag, 6. Dezember 2010

Chaos-theorie der makroevolution

Im Newscientist erschien vor kurzem dieser Artikel von Keith Bennett ein Professor für spätquartenäre Umweltveränderungen (Das heißt in den letzten 12000 Jahren) an der Queens University in Belfast. In diesem Artikel beschreibt der Autor wie Makroevolution (evolutionäre Vorgänge die über die Artgrenzen hinaus wirken z.b. entstehen neuer Familien ) sich nicht durch  mirkoevolutive Prozesse (Adaptation an Umweltbedigungen durch Selektion von Variationen) erklären lasse. Veränderung der Klimatischen Verhältnisse auf der Erde hätten in der Vergangenheit nur selten zur Anpassung oder Austerben von Arten geführt sondern eher zu Auswanderungen. Er zieht jedoch aus diesem Zusammenhang einen drastischen Schluss:
"With the benefit of hindsight, we might be able to understand what happened, and construct a plausible narrative for those events, but we have no foresight.
This view of life leads to certain consequences. Macroevolution is not the simple accumulation of microevolutionary changes but has its own processes and patterns. There can be no "laws" of evolution. We may be able to reconstruct the sequence of events leading to the evolution of any given species or group after the fact, but we will not be able to generalise from these to other sequences of events. From a practical point of view, this means we will be unable to predict how species will respond to projected climate changes over next century."
Das ist eine sehr provokante Aussage, die, in meinen Augen, etwas fatalistisch klingt. Ich habe dazu noch einen Spezialisten in Sachen Evolutionstheorie befragt. Der Diplombioinformatiker Christoph Hösler von der Universität Tübingen promoviert zur Modellierung Evolutionärer Prozesse und war so freundlich mir seine Meinung zu diesem Text mitzuteilen (Achtung jetzt wird das ganze etwas spezieller):

"Interessant. Ich kann wenig über die Analyse der gefunden Fossilien sagen, außer, dass ich mir sicher bin, dass sie Lückenhaft ist. Es ist bestimmt nicht richtig, dass nur eine Spezies durch nicht anthropogene Einflüsse ausgestorben ist. Was ist denn mit asexuellen Spezies? Hat er die auch mitgezählt? Und da kommen wir zu einem wesentlichen Punkt: Was ist denn eine Spezies in seinen Augen? Man kann ja höchstens per Indizien (morphologisch oder molekular) Cluster definieren, aber es wird immer ein Kontinuum bleiben.

Trotz der Kritik: Es ist anscheinend tatsächlich so, dass unter starken Umweltveränderungen nur wenig morphologische Veränderungen sichtbar sind. Ein Idee ist, dass dies mit Between-Species Competition zu tun hat. Wenn andere Spezies Nischen besetzen, die am Ressourcenmaximum sind (sehr abstrakt gesprochen, ich weiß. Was ich ungefähr meine ist, dass andere mehr zu essen haben, weil sie zB. nicht Trüffel sondern Weizen essen können.) macht es für mich weniger Sinn meine Nichte zu verlassen, also mich zu adaptieren, wenn ich dadurch das Risiko eingehe die Konkurrenz zu verlieren. (siehe Johansson J., Evolution (2007), Evolutionary responses to env. changes ...)

Wohin führt uns das ganze? Natürlich ist Makroevolution ein komplexer Prozess, der stark von der Umwelt einer Spezies Abhängt, also auch anderen Spezies. Und je komplexer ein System ist, desto schwieriger ist es ein Muster zu erkennen, also ein Modell dieses Systems zu erstellen. Ob dass jetzt unsere Vorstellung von Evolution verändert, bezweifele ich. Ob es Evolutionsbiologen dazu treibt vor der Komplexität zu kapitulieren auch."

Die Debatte bleibt also spannend. Für unser aller Zukunft heißt das wohl das wir sehr vorsichtig mit Vorraussagen der Klimaforschung umgehen müssen, was den Einfluss von Klimaveränderungen auf biologische Systeme angeht. Die Komplexität des Systems erlaubt nur ungefähre aussagen.